Ordensgemeinschaften präsentieren SUMMA 2020

2020: Ein #einfach anderes Jahr. Die Österreichische Ordenskonferenz präsentierte am Freitag, 23. April 2021 das neu erschienene Jahrbuch SUMMA 2020 inklusive der neuesten Jahresstatistik der Orden.

20210423 Foto Summa Präsentation und Ordensstatistik 2020

Das Jahr 2020 war kein gewöhnliches, kein normales Jahr. Man könnte – angelehnt an das Jahresmotto – sagen, es war #einfach anders, #einfach neu. 2020 war das erste Jahr als Österreichische Ordenskonferenz – als Zusammenschluss der ehemaligen Vereinigung der Frauenorden Österreichs und der ehemaligen Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs. Erzabt Korbinian Birnbacher wurde als Vorsitzender und Sr. Franziska Bruckner als stellvertretende Vorsitzende gewählt. Sr. Christine Rod übernahm im Mai 2020 die Funktion der Generalsekretärin. Die Ausrichtung und die Perspektiven der Österreichischen Ordenskonferenz sind u. a. in der SUMMA nachzulesen.

Ordensleben und Corona

„2020 war #einfach anders und das spürten wir Ordensleute auch hautnah. Wie viele Taufen, Erstkommunionen, Firmungen und Trauungen konnten nicht wie geplant stattfinden. Wie sehr mussten wir unsere Arbeit in den Schulen, Krankenhäusern und Pflegeheimen einschränken. Welche Erfahrungen Ordensleute und MitarbeiterInnen im Corona-Jahr 2020 gemacht haben, zeigen vier Gastkommentare in der SUMMA, die über ihr Leben in Zeiten von Corona berichten. Aber wir haben auch gesehen: Vieles geht vielleicht auch einfacher – so haben wir gelernt, Seminare, Besprechungen und sogar ganze Tagungen online zu meistern“, fasst Erzabt Korbinian Birnbacher, Vorsitzender der Österreichischen Ordenskonferenz, das Jahr 2020 zusammen.

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Ich lade zur Hoffnung ein

„Das Jahr 2020 stand für mich unter dem Motto ‚Ich lade zur Hoffnung ein!‘. Diese Worte stammen aus der Enzyklika ‚Fratelli tutti‘ von Papst Franziskus, die er am 3. Oktober 2020 in Assisi, am Grab des Hl. Franziskus von Assisi unterzeichnet hat. Die Kraft der Hoffnung war für das Jahr 2020 besonders wichtig, wir haben neue Wege gesucht und gefunden, um unsere Aufgabe zu erfüllen. Ordensfrauen, Ordensmänner und ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leben aus dieser Kraft der Hoffnung in ihrem oft unscheinbaren und wertschätzenden Handeln. Sie stellen sich #einfach mutig den Herausforderungen“, so Sr. Franziska Bruckner, stellvertretende Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz.

Sr. Franziska Bruckner führte in ihren Ausführungen zwei prägende und wirksame Beispiele der Ordensgemeinschaften Österreich im Jahr 2020 an:

Unter dem Motto „#ordentlichlernen“ initiierten die Ordensgemeinschaften Österreich noch im ersten Lockdown eine Hilfsaktion für Schüler*innen. Gebrauchte, nicht mehr benötigte Laptops wurden an den Ordensschulen gesammelt, von Elektronikfirmen überholt und schnellstmöglich an bedürftige Schüler*innen ausgegeben. So konnte rasch und gezielt geholfen werden, wo Hilfe notwendig war.

Neue Wege wurden auch im Bereich der Seelsorge beschritten: Vorsichtsmaßnahmen wurden getroffen, Hygienemaßnahmen wurden eingehalten und notwendige Abstände entstanden, wo eigentlich Nähe wichtig ist. Um dieses wichtige Gesprächsangebot auch in Pandemiezeiten aufrecht zu erhalten, wurden digitale Seelsorgeräume ins Leben gerufen. Für die Menschen da zu sein hatte trotz Corona-Lockdown oberste Priorität und das hat viele – unter dem Motto „ein #einfach anderer Sommer“ – kreativ werden lassen: P. Sandesh Manuel rappte online, Sr. Gudrun Schellner streamte beinahe mit Beginn des Lockdowns Live-Messen und P. Johannes Haas zog mit seinem jungen Pfarrteam ein ganzes Umweltprojekt auf Instagram auf.

Jahresstatistik 2020: 4.500 Ordensleute, 192 Ordensgemeinschaften

Sr. Christine Rod, Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz, gab in ihren Ausführungen einen Überblick über die aktuellen Zahlen: „Es gibt ziemlich genau 4.500 Ordensleute in ganz Österreich, davon zwei Drittel Frauen, ein Drittel Männer. Mitglieder der Ordenskonferenz sind 106 Frauenorden und 86 Männerorden, also insgesamt 192. Die Ordensmänner sind weniger, leben in kleineren Gemeinschaften und sind im Durchschnitt jünger. Ordensfrauen gibt es mehr, sie leben in größeren Häusern, und der Altersschnitt und somit der Betreuungsbedarf bei den Frauen ist deutlich höher. Leider hat auch Corona seine Spuren hinterlassen: über 500 Ordensleute sind an Corona erkrankt; 27 von ihnen sind an Corona gestorben.“

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Ordensfrauen und Ordensmänner nach Diözesen 2020. Download als pdf | jpg (c) OG

Ordensleute leben selten allein, meistens gemeinsam in Häusern, die man „Niederlassungen“ nennt. 450 solcher Niederlassungen, solcher Häuser von Präsenz, von Ausstrahlung und Wirksamkeit von Ordensleuten gibt es.

Präsent, relevant, wirksam

„Die Einsätze verschieben sich bei den Frauen stärker in Richtung Sozialarbeit, Geistliche Begleitung, Bildungsarbeit, Therapie. Trotzdem werden Frauen immer noch – und zu Recht – oft mit den großen Schulen und Krankenhäusern assoziiert, in denen Ordensfrauen nur mehr begrenzt mitarbeiten, die aber mit ihrem Profil und auch mit ihrem Geld hochprofessionell weiterarbeiten. Auch bei den Männern gibt es starke Verschiebungen in den Engagements, aber Männer sind nach wie vor stark als Pfarrer anzutreffen“, erläuterte Sr. Christine Rod das Wirken der Ordensgemeinschaften.

Jahresmotto 2020 #einfach

#einfach als Jahresmotto der Ordensgemeinschaften Österreich war das zweite Motto der Serie wach.einfach.gemeinsam. Diese Übersetzung der Gelübde – Gehorsam, Armut, Ehelosigkeit – nach denen Ordensleute seit langem leben, soll auf einfachem und zugänglichem Weg das Lebensmodell der Ordensgemeinschaften in Österreich näherbringen. #einfach als „Übersetzung“ des Gelübdes der Armut, der Gütergemeinschaft, der Solidarität für Menschen heute.

SUMMA

Die Summa erscheint seit 2013 jährlich und bietet einen fragmentarischen Überblick über Leben und Wirken der 192 Ordensgemeinschaften und ihrer vielfältigen Werke und Einrichtungen. Die SUMMA richtet sich an Ordensleute, leitende Mitarbeiter*innen in den verschiedenen Tätigkeitsbereichen der Orden, an politische und behördliche Entscheidungsträger, an Medienschaffende, Kooperationspartner und Interessierte.

Die "Österreichische Ordenskonferenz"

ist die gemeinsame Vertretung der katholischen Männer- und Frauenorden Österreichs. Sie ging aus der Zusammenlegung der "Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreich" und der "Vereinigung der Frauenorden Österreichs" hervor und erlangte am 8.12.2019 per vatikanischen Dekret Gültigkeit. Die Netzwerkmarke „Ordensgemeinschaften Österreich“ ist die gemeinsame Interessensvertretung der Orden. Die "Ordensgemeinschaften Österreich" kommunizieren nach innen und außen mit dem Ziel, die Rolle der Orden und die Inhalte, für die sie stehen, zu vermitteln.

 

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