Ordensgemeinschaften Österreich verleihen Preis der Orden

Vier besondere Projekte an der Schnittstelle zwischen Ordensgemeinschaften und kirchlichen oder gesellschaftlichen Organisationen wurden mit dem 3.000-Euro dotierten Preis ausgezeichnet.

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Die Österreichische Ordenskonferenz hat im Rahmen ihrer Generalversammlung am 10. Mai 2021 den Preis der Orden an vier herausragende Projekte verliehen. Die Verleihung war ursprünglich für die Herbsttagung im November 2020 geplant, musste coronabedingt jedoch leider verschoben werden. Ausschlaggebend für die Auszeichnung ist ein besonders soziales, pädagogisches, journalistisches, spirituelles, künstlerisches oder wirtschaftliches Engagement an der Schnittstelle zwischen Ordensgemeinschaften und anderen kirchlichen oder gesellschaftlichen Organisationen.

Gemeinsam schaffen wir mehr

„Jedes der ausgezeichneten vier Projekte hat das Gemeinsame in den Fokus gerückt. Es sind Kooperationsprojekte, die Vorbild sowie Ansporn sind. Ganz nach unserem Drei-Jahres-Motto ‚wach.einfach.gemeinsam‘ zeigen diese Projekte, was alles möglich ist, wenn Menschen wach sind für die Nöte der Zeit, hinsehen und nicht zögern, sondern einfach handeln und Lösungen suchen, um dann gemeinsam an einem Strang ziehen und ein Ziel vor Augen haben. Ich gratuliere allen Preisträgerinnen und Preisträgern zu ihren hervorragenden Projekten und wünsche weiterhin alles Gute, viel Mut, Kraft und Gottes Segen für diese wichtigen Aufgaben“, so Sr. Christine Rod, Generalsekretärin der Österreichischen Ordenskonferenz, in ihren einleitenden Worten.

Die Preisträger*innen und Projekte

Für das Jahr 2020 wurden folgende Projekte mit dem Preis der Orden ausgezeichnet:

Schwestern der hl. Klara: „KLARA-Edition“ – Begegnung von Kunst und Spiritualität

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Künstler Marbod Fritsch, Sr. Rita-Maria Schmid, Äbtissin der Klaraschwestern, und Laudatorin Eva Maria Kaiser 
Bild in hoher Auflösung (c) Mayr

„Der christliche Glaube spielt in weiten Bereichen der modernen Kunst keine Rolle mehr, eine Gesprächsbasis zwischen Kirche und Künstlern gibt es kaum. Umso bemerkenswerter ist das Projekt ‚Kunst und Spiritualität‘ der Klaraschwestern in Bregenz. Sie haben in fünf aufeinanderfolgenden Jahren renommierte Vorarlberger Künstler eingeladen, sich in einem Kunstwerk mit ihrem Glauben auseinanderzusetzen. Veröffentlicht werden die Drucke in der ‚Klara Edition‘ und limitiert auf 30 Exemplare zum Kauf angeboten. Die Resonanz war bisher enorm, was die öffentliche Wahrnehmung und auch den Verkaufserfolg betrifft. Die Schwestern öffnen für ihr Kunstprojekt ihre Klausur und schaffen so einen Begegnungsraum für Menschen, die sonst schwer einen Anknüpfungspunkt zur Kirche finden würden. Gestartet wurde das Projekt, um die Arbeit der Klaraschwestern finanziell zu unterstützen. Dass letztendlich ein Teil des Verkaufserlöses auch den Künstlern zugutekommt, zeugt vom caritativen Gespür der Klaraschwestern in der Wahrnehmung der bekannt prekären Situation von Künstlern.“

Laudatorin Eva Maria Kaiser, ORF-Journalistin

Das Video zur KLARA-Edition zum Nachschauen auf YouTube. 

Sr. Maria Schlackl SDS: „Aktiv gegen Menschenhandel – Aktiv für Menschenwürde in Oberösterreich“

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Laudator Gunter Prüller-Jagenteufel, Sr. Maria Schlackl, Sr. Teresa Schlackl
Bild in hoher Auflösung (c) Mayr

 "Die Ordensgemeinschaften Österreichs zeichnen Sr. Maria Schlackl SDS mit ihrer Initiative ‚Aktiv gegen Menschenhandel – Aktiv für Menschenwürde in Oberösterreich‘ mit dem Preis der Orden 2020 aus. Maria Schlackl beweist persönlichen Einsatz und Mut in einem Bereich, in dem über 100 Milliarden Euro Profit auf Kosten der Menschenwürde von ca. 20 Millionen Menschen, vorrangig Frauen und Kindern, gemacht werden. Sie setzt sich damit im Sinn des Evangeliums und der Ordensberufung der Salvatorianerinnen für die ärmsten und wehrlosesten Opfer unseres Gesellschafts- und Wirtschaftssystems ein. Die Initiative besteht seit mehr als sechs Jahren und es ist zu hoffen, dass sie auch weiterhin dazu beiträgt, durch Bewusstseinsbildung und konkrete Hilfe dieses himmelschreiende Unrecht zu bekämpfen.“

Laudator Gunter Prüller-Jagenteufel, Katholisch-Theologische Fakultät, Universität Wien

Das Video zur "Initiative gegen Menschenhandel" auf YouTube. 

Steyler Missionare: Interreligiöse Dialoggruppe Favoriten

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Stefan Almer von der Stadt Wien (MA17), Ibrahim Olgun (Islamische Glaubensgemeinschaft), P. Matthias Felber SVD und Laudator Markus Beranek. 
Bild in hoher Auflösung (c) Mayr

„Die Gemeinschaft der Steyler Missionare hat sich bewusst dazu entschieden sich pastoral stark in die neu gegründete Pfarre zum göttlichen Wort in Wien–Favoriten einzubringen. In diesem von kultureller Vielfalt geprägten Bezirk leben sie ihr besonderes Charisma – den interreligiösen Dialog. Gemeinsam mit der für Integration und Diversität zuständigen Stelle der Stadt Wien werden Treffen organisiert, die dazu beitragen, dass Menschen ihre Scheu ablegen und einander auf Augenhöhe begegnen – etwa bei Dialogveranstaltungen, beim Friedensgebet oder bei Gedenkfeiern zur Pogromnacht. Ein eindrucksvolles Beispiel wie eine Ordensgemeinschaft heute ihr Charisma mit wachen Augen für gesellschaftliche Herausforderungen lebt und zur Entfaltung bringt.“

Laudator Markus Beranek, Pastoralamtsleiter der ED Wien

Das Video zur Dialoggruppe auf YouTube. 

Stift St. Paul: Benediktweg „Benedikt beWEGt“. – ein europäisches Friedensprojekt

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Laudatorin Sr. Beatrix Mayrhofer, Maria Wright und Mag. Ernst Leitner (beide Verein Benedit beWEGt), P. Siegfried Stattmann 
Bild in hoher Auflösung (c) Mayr

 „Seit Jahrhunderten sind Menschen unterwegs – in Europa, aber auch nach Europa. Fluchtrouten kreuzen sich mit Pilgerwegen. Klöster werden zu Zwischenstationen und Zufluchtsorten. Mit einem Preis der Orden wird eine Initiative von Freiwilligen ausgezeichnet, die in Zusammenarbeit mit dem Stift St. Paul im Lavanttal einen Pilgerweg projektiert, der quer durch Europa von Kloster zu Kloster führt. Im Nach-Gehen kann so eine Begegnung mit dem Geist des Heiligen Benedikt wachsen, durch den das Gesicht Europas geprägt worden ist.“

Laudatorin Sr. Beatrix Mayrhofer SSND, Arme Schulschwestern v. U. L. F. und ehemalige Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs

Das Video zum Pilgerweg auf YouTube. 

Preis der Orden

Der Preis der Orden wird alle zwei Jahre von den Ordensgemeinschaften Österreich verliehen. Ziel ist es, Initiativen aus dem Umfeld der Orden, die kirchlich und gesellschaftlich relevant und wirksam sind, zu stärken. Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die (ordens-) christliche Sendung mitten im Leben präsent ist. Ordensgemeinschaften beweisen mit diesen Vorzeigeprojekten, dass Sie Brücken ins Leben aller Menschen bauen und somit Berührungspunkte schaffen. Die Jury besteht aus Mitgliedern der Ordensgemeinschaften und öffentlichen Einrichtungen.

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Der Preis der Orden 2020 ist eine Ordensteamleistung: Entworfen wurde er von Bruder Thomas Hessler OSB vom Europakloster Gut Aich, er hat ihn dann auch gemeinsam mit den Glaswerkstätten des Stiftes Schlierbach angefertigt.

Die „Österreichische Ordenskonferenz“

ist die gemeinsame Vertretung der katholischen Männer- und Frauenorden Österreichs. Sie ging aus der Zusammenlegung der „Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreich“ und der „Vereinigung der Frauenorden Österreichs“ hervor und erlangte am 8.12.2019 per vatikanischen Dekret Gültigkeit. Die Netzwerkmarke „Ordensgemeinschaften Österreich“ ist die gemeinsame Interessensvertretung der Orden in Österreich. Insgesamt sind 192 Ordensgemeinschaften Mitglieder der Ordenskonferenz, davon 106 Frauenorden und 86 Männerorden. www.ordensgemeinschaften.at 

Kontakt
Renate Magerl
Leitung Medien und Kommunikation
+43 1 535 12 87-47
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