Marienschwestern vom Karmel verlegen Stammhaus von Linz nach Bad Mühllacken

Für die Marienschwestern vom Karmel steht ein Neubeginn an: Die Ordensfrauen verlegen 2023 ihr Stammhaus von Linz ins Curhaus in Bad Mühllacken, wo sie ein "Zentrum für Spiritualität und Gesundheit" gründen.

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Das Curhaus Bad Mühllacken wird das neue Stammhaus der Marienschwestern vom Karmel. © CURHAUS Marienschwestern GmbH

In Folge werde auch das derzeitige Curhaus Bad Mühllacken mit dem Curhaus Bad Kreuzen fusioniert. Letzteres werde die für Bad Mühllacken bekannten Angebote rund um Traditionelle Europäische Medizin sowie Fasten übernehmen. „Verschiedenste Gründe haben uns als Schwesterngemeinschaft zu diesem Schritt bewogen. Die Verlegung des Stammhauses nach Bad Mühllacken wurde auf breiter Basis in der Gemeinschaft beschlossen“, erklärte die Generaloberin der Marienschwestern Michaela Pfeiffer-Vogl. So sind etliche Schwestern pflegebedürftig – ein Umstand, dem im Haus in Mühllacken besser Rechnung getragen werden kann als im derzeitigen Stammhaus in Linz. Auch die Therapiemöglichkeiten des „Zentrums für Spiritualität und Gesundheit“ können von den Schwestern mitgenutzt werden.

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Die Generaloberin der Marienschwestern vom Karmel Sr. Michaela Pfeiffer-Vogl. © Laresser

Kraftort mit spirituellem Leben füllen

Das Curhaus Bad Mühllacken wird voraussichtlich ab Ende November 2021 für den Umbau geschlossen, 2023 soll die Schwesterngemeinschaft ihr neues Stammhaus beziehen können.

Mit der Verlegung des Stammhauses wolle die Ordensgemeinschaft zudem den über Jahrhunderte gewachsenen Kraftort Bad Mühllacken auch künftig "mit spirituellem Leben füllen" und "auch für die jüngeren Schwestern den nötigen Freiraum schaffen, ihre Berufung nach der Karmelspiritualität im Heute zu leben", so Pfeiffer-Vogl. Für die Immobilie am Linzer Friedensplatz wird in nächster Zeit ein Projekt für eine gute Zukunft entwickelt.

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Kraftort: Curhaus Bad Mühllacken mit Schwerpunkt Fasten und Ernährung © CURHAUS Marienschwestern GmbH

Zentrum für Spiritualität und Gesundheit

Das "Zentrum für Spiritualität und Gesundheit" soll ab 2023 mit 16 Zimmern weiterhin ambulante Therapien für externe Gäste anbieten. Im Haus wird es auch künftig Angebote wie Wohlfühltage, Kurse zum spirituellen Fasten oder Exerzitien im Kräutergarten geben; darüber hinaus soll es für Ausbildungskurse und Lehrgänge im Bereich Spiritualität und Gesundheit offenstehen. Die Marienschwestern könnten so weiterhin Traditionelle Europäische Medizin und "unverfälschte Kneipp-Tradition" anbieten, betonte Friedrich Kaindlstorfer, Geschäftsführer der CURHAUS Marienschwestern GmbH.

Offen bleibt hingegen die Zukunft des 1980 erbauten ordenseigenen Seniorenheims St. Teresa in Bad Mühllacken, das ursprünglich renoviert und erweitert hätte werden sollen. Aufgrund der durch die Corona-Situation hervorgerufene erhebliche Baukostensteigerung werden die Pläne nicht umgesetzt, so die Ordensgemeinschaft.

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Dipl.-BW Friedrich Kaindlstorfer MBA, Geschäftsführer der CURHAUS Marienschwestern GmbH © Daniela Weilguni Fotografie

Alte Heilquelle in Bad Mühllacken

Die Nutzung der unweit des heutigen Curhauses Bad Mühllacken gelegenen Brunoquelle zu Heilzwecken geht ins Jahr 1364 zurück. Das Curhaus selbst wurde erstmals im 17. Jahrhundert erwähnt, als es im Besitz des Stiftes Wilhering war. In dieser Zeit nützte es vor allem der für die Diözese verantwortliche Bischof von Passau als Sommersitz.

Ab 1936 wird das Haus von den Marienschwestern vom Karmel geführt und seit 1937 ist es für Kurgäste geöffnet. Seit 2003 ist das Curhaus Bad Mühllacken auf Fasten, bewusste Ernährung, Entgiften und Entschlacken spezialisiert. 2018 erfolgte die Zusammenführung der zwei Mühlviertler Kurbetriebe Bad Kreuzen und Bad Mühllacken in die CURHAUS Marienschwestern GmbH.

60 Schwestern an 5 Standorten

Die Marienschwestern vom Karmel sind ein apostolisch tätiger Zweig des Karmelordens. Am 26. Februar 1861 feierte Sr. Theresia Böck ihre erste Profess, damit begann das Leben der Gemeinschaft in Linz. In den folgenden Jahren schlossen sich Frauen aus Riedau und Eferding, die schon in der karmelitanischen Spiritualität lebten, der Linzer Gemeinschaft an. Sie nannten sich "Schwestern des III. Ordens Unserer Lieben Frau vom Berge Karmel". 1885 erhielt das Institut die staatliche und kirchliche Anerkennung. 1906 wurden die Schwestern durch Dekret als III. Orden dem Karmel angegliedert. Seit 1861 wirkt die Ordensgemeinschaft in Österreich, seit 1920 in Deutschland und seit 2002 in Uganda. Seit 1961 heißt sie "Marienschwestern vom Karmel".

Derzeit leben in Österreich insgesamt 60 Schwestern an 5 Standorten: in Linz, im Curhaus Bad Kreuzen, im Curhaus Bad Mühllacken, im Exerzitienhaus "Marienheim" in Grünau im Almtal und in den Fachschulen der Marienschwestern in St. Pantaleon-Erla bei St. Valentin (NÖ). In Bayern leben 14 Schwestern an Standorten in Regensburg und Konnersreuth, 5 Schwestern sind in Uganda stationiert.

Quelle: kathpress, Presseaussendung Marienschwestern vom Karmel


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[renate magerl]