Wie archiviere ich E-Mails?

2013 04 16 Ordensarchivtagung 2OrdensarchivarInnen tagen nächste Woche in Wien. Der Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs, Wolfgang Maderthaner, hält den Eröffnungsvortrag der 10. Tagung der Ordensarchive Österreichs. 22.-23.4.2013 kommen an die 40 ExpertInnen zusammen und übersetzen den Kulturwandel für die Praxis der Ordensarchive.

„Heute funktioniert es nicht mehr wie vor 20 Jahren“, sagt Helga Penz von der Arbeitsgemeinschaft der Ordensarchive Österreichs. Damals haben die Ordensoberen, die Wirtschaftsverantwortlichen oder die Vertretungen einzelner Werke ihre Bananenschachteln voller Ordner an die Archive übergeben, wenn sie wieder Platz im Büro brauchten. Heute werden viele Akten gar nicht mehr ausgedruckt. Eine Daten-CD ist kein adäquates Archivierungsmittel. Aber wie machen es die Archivare dann? Vor dieser Frage stehen viele der 150 bis 200 Ordensarchivarinnen und –archivare in Österreich. Daher bietet die Tagung der Arbeitsgemeinschaft auch Inputs zu Themen wie „Wie archiviere ich E-Mails?“ und „Wie archiviere ich digitale Fotos?“. Wolfgang Maderthaner, Generaldirektor des Österreichischen Staatsarchivs, spricht am Montagnachmittag über „Archiv und Transgression. Bemerkungen zu einer Theorie des Archivs in Zeiten kulturellen Wandels“.

Wenn ein Archiv funktioniert, fällt es nicht auf

„Wir denken nicht an die nächsten 10 oder 20 Jahre, wenn wir Akten archivieren. Unsere Frage ist, was dauerhafte Relevanz hat“, erklärt Helga Penz den Arbeitshorizont der ArchivarInnen. Durch die Entscheidung der handelnden Personen heute wird vordefiniert, was man in 100 Jahren über einen Orden weiß. „Ich weiß heute, was ich mir wünsche, dass man es vor 100 Jahren archivieren hätte sollen.“ Wenn alles gut funktioniert, werden die Archive und ihre Akteure nicht wahrgenommen. Erst, wenn zum Beispiel ein Ordensjubiläum ansteht und es nicht ausreichend Material über die Geschichte gibt, schrillen die Alarmglocken. „Unsere jährliche Tagung ist auch ein Signal an die Ordensoberen, dass die Archivarbeit wirklich wichtig ist!“, sagt Penz. Und natürlich ist sie ein Ort zum Vernetzen, zum fachlichen Austauschen und zum Fortbilden. „Dokumente aus Wirtschaftsstellen in Ordensgemeinschaften erfassen, verstehen, bewerten und archivieren“ ist ein Vortrag von Martin van Oers. Die Anfänge des Salvatorianerordens in Wien, die mitten in eine Umbruchszeit reichen, sind Thema des Beitrags von P. Peter van Meijl, des Provinzarchivars der Salvatorianer.

Die Arbeitsgemeinschaft der Ordensarchive Österreichs trifft sich jährlich an einem anderen Ort. Die Tagung findet heuer im Salvatorianerkolleg am Wiener Michaelerplatz statt.

Link zum Tagungsprogramm

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