Spiritualität als Thema verbreitet sich derzeit überall

 bh„Spiritualität als Thema verbreitet sich derzeit gerade auch in der freien Wirtschaft“, weiß Unternehmensberaterin Sabine Zwierlein-Rockenfellner bei der Jahrestagung der SchulerhalterInnen und DirektorInnen der katholischen BMHS und BAKIPs im Bildungshaus Schloss Puchberg bei Wels in Oberösterreich.

„Spiritualität ist ganz konkret, alltagsnahe und zeigt sich in allen Beziehungen, ist bodennah und geerdet. Es ist kein Plus, sondern durchdringt und durchfärbt alles. Spiritualität ist so etwas wie ein Meta-Fenster, ein Welt-Blick und eine Grund-Sicht. Es ist ein Unterwegs-Sein, ein Anfangen und ein Vollenden. Im Grunde geht es um ein Sehenlernen. Transzendenz heißt durchscheinen und sich durchströmen lassen. Das Wunder schläft in allem.“ Zwierlein-Rockenfellner sieht im Ordnen-Helfen eine wesentliche Aufgabe der Ordensschulen. Anhand von den drei Reisestationen Gott, Mensch und Tod wird sichtbar, dass das große Verbindende dieser Reisestationen das Mysterium ist. „Das bedeutet sich neu öffnen, immer wieder neu schauen.“ Die Reisestation Gott bedeutet, dass Gott nie ganz gefasst werden kann. Karl Rahner sagt: Immer, wenn du glaubst, es ist Gott, dann ist es nicht Gott. Die Reisestation Mensch heißt, dass wir kommen und nicht genau wissen woher, dass ich bin und nicht genau weiß wer und ich in die Zukunft gehe und nicht genau weiß wohin. Der Mensch ist mehr eine Frage, eine große Frage, eine magna questio. Die Reisestation Tod führt den Menschen nicht nur zum Nicht-Wissen sondern noch viel mehr zum Nicht-Verstehen. „Dieses Mysterium fordert uns heraus, immer wieder neu zu schauen.“

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Freiraum und gute Kommunikation

„Die Vorbildwirkung der Führungskräfte, viel Freiraum und Möglichkeit zur Selbstorganisation mit viel Eigenverantwortung und eine offene, wertschätende und achtsame interne Kommunikation sind die wichtigsten Faktoren für MitarbeiterInnenmotivation und für die Arbeitsatmosphäre. Eine positive Schulkultur ist für den Besucht einer Ordensschulen ein wesentlicher Faktor. Die Unternehmensberaterin sieht in Analogie zu Unternehmen in einem „Kanon an Werten und Normen, in der Sinnorientierung, in Haltungen und Einstellungen, den Geschichten, Symbolen, Ritualen und vor allem im WAS und WIE der Begegnung eine ganz besondere Herausforderung. Gerade Ordensschulen können aus einem schönen und reichhaltigen Fundus an Ritualen schöpfen.“ Das sollte möglichst vielen MitarbeiterInnen nicht nur ein Herzensanliegen sein, sondern auch in der Umsetzung ganz praktisch tun können.“

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Verantwortung für die Tiefendimensionen

Der Paradoxie-Manager Josef Freystetter referierte zum Thema „Kultur bewahren und verändern“. Jede Schule steht unter dem Anspruch von Bewahren und Verändern. Der Schulreferent der Ordensgemeinschaften Österreich Rudolf Luftensteiner betonte bei der Tagung, „dass gerade die eigenständige Verantwortung der von den Schulerhaltern übertragenen Verantwortung an Laien in diesem Bereich durch gute Vernetzung zur Entfaltung gebracht werden soll. Da wird es auch Neues brauchen, um Bewährtes in die Zukunft zu tragen.“ Er koordiniert die verschiedenen Schultagungen unter anderem mit dem Ziel, „den Tiefgang, die Tiefendimensionen in der Bildung zu stärken und die spirtuelle Seite des Menschen immer offen zu halten.“

[fk]