Die Ordensgründerin Anna Dengel wagte das Unmögliche

Anna Dengel 1924  Exerzitien bei Pater Rochus Rimml - Entschluss OrdensgründungUnheimliches Durchsetzungsvermögen und ein unbeugsamer Wille zeichnete die Tirolerin Anna Dengel aus. Die 1892 im Tiroler Außerfern geborene Anna wollte unbedingt Medizin studieren oder in die Mission gehen, schaffte beides - und gründete dazu noch eine Ordensgemeinschaft. Heute arbeiten über 600 „Missionsärztliche Schwestern“ weltweit in Sinne ihrer Gründerin als Ärztinnen, Hebammen, Pharmazeutinnen in den „Holy Family Hospitals“ des Ordens und in staatlichen Gesundheitszentren.

Anna Dengel erhielt zunächst einen Ausbildungsplatz in Cork, Irland, wo sie 1919 ihr Medizinstudium abschloss. Sie war damit eine der ersten Ärztinnen in Tirol. Nach einem Praktikum in England machte sie sich auf die Reise nach Indien. Dort arbeitete sie im St. Katharinen-Spital in Rawalpindi. Die Not muslimischer Frauen in Indien machte sie tief betroffen – und erstmal hilflos. Denn ein seit 1215 bestehender Paragraf im Kirchenrecht verbot es den in der Mission tätigen Ordensfrauen, zwar in der Pflege, nicht aber voll medizinisch, z.B. auch als Hebammen tätig zu sein. Anna Dengel gab sich damit nicht zufrieden, sondern wagte das Unmögliche. Sie ging nach Amerika, hielt Vorträge über die Not der Frauen in Indien, sammelte Spenden für die Errichtung von Krankenhäusern, knüpfte Kontakte zu Vertretern der Kirche und warb für ihr Anliegen.  Bereits 1925 gründete sie in Washington die aus vier Mitgliedern bestehende „Gemeinschaft der missionsärztlichen Schwestern“. Zehn Jahre später hob der Papst dieses Kirchenverbot auf und erkannte die von Anna Dengel gegründete Gemeinschaft als Kongregation an. „Ich war Feuer und Flamme, … ich wollte auf eine Not antworten, auf die nur Frauen antworten konnten.“ So erklärte Dr. Anna Dengel einmal ihren lebenslangen Einsatz. Sie starb am 17. April 1980, in Tirol und weltweit hoch geehrt.

Anna Dengel 1934 in indischem Dorf 450

Bild- und Textquelle: Freunde Anna Dengel

Siehe auch Buchempfehlung

[hw]