Franziskaner wird neuer Erzbischof von Laibach

2014-10 06 stane zore 120Papst Franziskus hat den bisherigen Provinzial der slowenischen Franziskaner und Vorsitzenden der Konferenz der slowenischen Ordensgemeinschaften, Stane Zore, zum neuen Erzbischof der slowenischen Hauptstadtdiözese Laibach (Ljubljana) ernannt. Der 56-jährige Franziskaner übernimmt damit die Nachfolge von Erzbischof Anton Stres (71), der im Vorjahr im Strudel eines Finanzdebakels in der zweiten großen slowenischen Erzdiözese Marburg hatte zurücktreten müssen.

Der neue Laibacher Erzbischof Stane Zore wurde am 7. September 1958 in der wenige Kilometer nördlich von Laibach gelegenen Stadt Kamnik geboren. Er studierte Philosophie und Theologie in Ljubljana. 1984 legte er im Franziskanerorden seine Gelübde ab, 1985 wurde er zum Priester geweiht. Danach war Zore als Pfarrer, später als Rektor der slowenischen Wallfahrtsorte Brezje (Bled) Sveta Gora tätig. Von 1998 bis 2004 und erneut seit 2011 stand er an der Spitze der slowenischen Franziskanerprovinz.

Kirchliches Finanzdebakel

Die vatikanische Maßnahme zur Absetzung sowohl des Laibacher Erzbischofs Stres - er war zwischen 2000 und 2006 auch Weihbischof in Maribor - als auch von Marburgs Erzbischof Turnsek durch Franziskus hatte im Sommer 2013 weltkirchlich ein großes Echo hervorgerufen. Teile der slowenischen Kirche kritisierten sie hingegen als unverhältnismäßig. Die entscheidenden Weichenstellungen, die in das Finanzdebakel führten, seien bereits in den Jahren 2006 bis 2008 erfolgt, als Anton Stres Bischof in Celje und Martin Turnsek Bischof in Murska Sobota waren, hieß es damals. Hauptverantwortlich sei der damalige Erzbischof Franc Kramberger (78), der bereits unter Benedikt XVI. 2011 zurücktreten musste.

Die Erzdiözese Marburg war wegen Mehrheitsbeteiligungen an den zwei Finanzholdings - sie mussten später teilweise Insolvenz anmelden - auf einem laut Berichten mehrere Hundert Millionen Euro umfassenden Schuldenberg sitzen geblieben. Turnsek, der bereits seit 2009 Erbischof-Koadjutor in Maribor war, folgte Kramberger im Bischofsamt, bevor Papst Franziskus 2013 auch seinen Rücktritt verkündete.

Der Finanzskandal stürzte die katholische Kirche in Slowenien in eine schwere Krise. Die Kirche in Slowenien besteht seit 2006 aus sechs Diözesen, wobei die größten davon die Erzdiözesen Ljubljana und Maribor sind. Von den derzeit rund zwei Millionen Einwohnerndes Landes gehören 1,16 Millionen (57,8 Prozent) der römisch-katholischen Kirche an. Dazu kommen etwa 2,5 Prozent Muslime und 2,3 Prozent serbisch-orthodoxe Christen. Fast ein Viertel der Slowenen gaben bei der letzten Volkszählung 2002 an, Mitglied keiner Religionsgemeinschaft zu sein, der Rest machte keine Angaben. Katholisch getauft sind laut aktuellen kirchlichen Statistik allerdings drei Viertel der Slowenen.

Quelle Foto: Wikipedia

[rs]