Ordensspitäler brauchen Stadt Wien, um berechtigte Ärzte-Forderungen zu finanzieren

2015 05 06 wr ordensspitaeler 120Die acht Wiener Ordensspitäler unterstützen den Vorschlag, das Gehaltsschema ihrer Ärzteschaft der Vereinbarung für Gemeindespitäler anzugleichen. Doch die Umsetzung des neuen Ärztearbeitszeitgesetzes verursache Mehrkosten, die von den gemeinnützigen Wiener Ordensspitälern nicht aus eigenen Mitteln finanziert werden können. Daher gehen die Verhandlungen mit der Stadt Wien in die nächste Runde.

„Die acht Wiener Ordensspitäler unterstützen den Wunsch ihrer Ärzteschaft nach einem Gehaltsschema in Anlehnung an jenes, das für Gemeindespitäler vereinbart wurde“, so Prim. Dr. Manfred Greher, Sprecher der Wiener Ordensspitäler, anlässlich einer Betriebsversammlung im Orthopädischen Spital Speising. Der Ball sei jetzt bei der Stadt Wien, so Prim. Greher: „Mehrkosten, die durch die Umsetzung des Ärztearbeitszeitgesetzes entstehen, können von den gemeinnützigen Wiener Ordensspitälern, die jedem Patienten mit e-Card offen stehen, unmöglich aus Eigenem finanziert werden. Dazu brauchen wir unbedingt eine Unterstützung durch die Stadt Wien. Um diese Unterstützung wird es in weiteren Verhandlungen gehen.“

Diese Mehrkosten beinhalten die zusätzlichen Ärztedienstposten, um Ärztearbeitszeitgesetz-konform arbeiten zu können, und die Kosten für Gehaltsanpassungen gemäß Gemeindespital-Schema. „Diese zusätzlichen Beträge sprengen den Rahmen der bestehenden Vereinbarungen mit der Stadt Wien“, so Prim. Greher. „Alle übrigen Bundesländer haben den Ordensspitälern den Mehraufwand, der sich aus dem geänderten Ärztearbeitszeitgesetz ergibt, analog zu den landeseigenen Spitälern abgedeckt. Es wäre völlig unverständlich und für die Versorgung der Zukunft problematisch, wenn die Stadt Wien anders vorgehen würde.“

Die acht gemeinnützigen Wiener Ordensspitäler haben einen öffentlichen Versorgungsauftrag. Sie werden mit öffentlichem Geld finanziert, und sie sind auch bei der Umsetzung des Ärztearbeitszeitgesetzes auf die öffentliche Hand angewiesen. „Weitere Einsparungspotenziale sind für Ordensspitäler nicht realistisch. Wir sind sehr schlank aufgestellt, weil wir aufgrund der Finanzierungssystematik seit jeher einen sehr engen wirtschaftlichen Spielraum haben“, so Prim. Greher. „Dass wir bisher sparsam und effizient agiert haben, bestätigen viele Studien. Relevante Einsparungen sind also nicht mehr möglich.“

„Die Voraussetzung dafür, dass Wiens Ordensspitäler auch weiterhin medizinische Betreuung für die Wienerinnen und Wiener auf dem bisherigen hohen Niveau – jedes 5. Wiener Spitalsbett steht in einem Ordensspital, außerdem sind die acht Häuser mit insgesamt mehr als 4.000 Mitarbeitern ein wichtiger Arbeitgeber – erbringen können, ist, dass ihre Ärztinnen und Ärzte nicht schlechter gestellt sind als jene in Gemeindespitälern. Prim. Greher: „Nur dann wird es für uns auch weiterhin möglich sein, für exzellente Ärztinnen und Ärzte ein attraktiver Arbeitgeber zu sein und zu bleiben, und weiterhin in bisher gewohnter Weise zur medizinischen Versorgung der Wiener Bevölkerung beitragen zu können.“

Foto: Wiener Ordensspitäler

 [rs]