Slowakei: Großer Andrang beim "Tag der offenen Klöster"

Franziskanerkirche Bratislava 120Mehr als 30.000 Besucher folgten am 27. Juni 2015 im JAHR DER ORDEN der Einladung der slowakischen Frauen- und Männerorden, Niederlassungen der Ordensgemeinschaften zu besuchen, Ordensleute kennenzulernen, Fragen zu stellen, Einblick in das Leben und Wirken der 42 teilnehmenden Orden zu gewinnen.


 "Gehen die Ordensschwestern auf Urlaub? Dürfen sie Make-up tragen? Gehen sie zum Friseur? Dürfen Ordensbrüder Fußball spielen oder Bier trinken? Kann man im Kloster fernsehen?" Mit solchen Fragen bewarben die Orden den Tag der offenen Klöster. Besonders für eine jüngere Zielgruppe war dann auch das Angebot ausgerichtet, das von Einführungen in die Hostienherstellung, Ausstellungen zur "Ordensmode" im Laufe der Jahrhunderte und Schappschüssen der Besucher im Ordenskostüm bis hin zum Tischfußball auf einem mit Franziskaner-Puppen präparierten Spieltisch, Volleyball mit Klosterschwestern oder etlichen Bastel- und Nähparcours reichte.

Andere Altersgruppen wurden bei der slowakischen Hauptveranstaltung im  JAHR DER ORDEN angesprochen durch Einblicke in die Kranken- und Obdachlosepflege der Orden: So konnte man etwa beim Kochen der Suppe für Obdachlose mitmachen, am Gehörlosensprachen-Unterricht von Ordensbrüdern teilnehmen, den Kurs "Kleine Krankenpflegekräfte" miterleben oder eine Krypta besuchen. An mehreren Orten fanden liturgische Feiern und Prozessionen statt, zudem waren außer den Kirchen und Klöstern der Orden auch viele ihrer Schulen und Spitäler für Besucher geöffnet.

Hauptschauplatz war die Hauptstadt Bratislava, wo etwa die Franziskaner, Kapuziner, Jesuiten, Redemptoristen, Barmherzigen Brüder, Minoriten, Vinzentiner zum Besuch einluden, sowie seitens der Frauenorden die Ursulinen, Salvatorianerinnen, Cellitinnen, Elisabethinen, Franziskanerinnen oder die Trösterinnen vom göttlichen Herz Jesu. Veranstaltungen gab es jedoch auch in allen Kreisstädten und in vielen kleineren Städten und Orten, an denen Ordensgemeinschaften wirken. Auch die Bischofskonferenz des Landes und der slowakische Präsident Andrej Kiska hatten zur Teilnahme am ersten „Tag der offenen Klöster“ aufgerufen.

Die Arbeit der Orden in der Slowakei konnte in der kommunistischen Zeit nur im Privatbereich erfolgen. Erst seit 1989 wirken die Orden wieder in der Öffentlichkeit und haben seitdem – im Vergleich mit dem Westen –  starken Zulauf von jungen Menschen.

Foto Teaser: Portal der Franziskanerkirche, der ältesten Kirche in Bratislava. Sie wurde Ende des 13. Jahrhunderts eingeweiht. Foto: Wikimedia Commons/Pedro J. Pacheco

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