Malteser beraten über große Ordensreform

In den Bereichen Förderung des religiösen Lebens, moderne Wirtschaftsverwaltung sowie die Rolle der Frau im Orden beraten derzeit mehrere hundert Ordensangehörige des Souveränen Malteserordens auf der ganzen Welt sowie zahlreiche Kirchenrechtsexperten der Vatikanstadt über eine umfassende Reform. Das bestätigte der neugewählte Großmeister Fra' Giacomo Dalla Torre del Tempio di Sanguinetto am 15. Mai 2018  im Gespräch mit dem Portal "Vatican News".

Die "anstrengende und herausfordernde" institutionelle Krise  des Malteserordens habe man auch als "wichtige Gelegenheit zur Weiterentwicklung" wahrgenommen. Erste Auswirkungen seien bereits zu sehen, etwa in der Frage der Beteiligung von Frauen in der Ordensleitung.
Die Beziehung zum Heiligen Stuhl bezeichnete Dalla Torre als "solide". "Papst Franziskus verpasst keine Gelegenheit, uns seine Unterstützung zu versichern."
Der Malteserorden sei in den vergangenen Jahrzehnten stark gewachsen, "über jede Erwartung hinaus", sagte Dalla Torre. Zum Zeitpunkt der letzten Ordensverfassung 1961 habe der Orden mit 25 Ländern diplomatische Beziehungen unterhalten; heute seien es mehr als 100. Die Malteser sind heute nach eigenen Angaben in 120 Ländern auf allen Kontinenten vertreten; sie haben rund 13.500 Mitglieder und darüber hinaus rund 130.000 Freiwillige und Angestellte.
Dalla Torre nannte das diplomatische Netz des Ordens für den Dienst an den Armen und Kranken unentbehrlich. Es habe keine politischen, sondern humanitäre Funktionen: den Zugang zu Krisenregionen zu ermöglichen und Notleidenden Hilfe zu bringen.

Fotos: Malteserorden

Siehe auch: Malteserorden wählte den bisherigen Statthalter zum neuen Großmeister

[hwinkler]