Schöpfungstagszeit: Schöpfungsverantwortung stand in den Klöstern immer im Mittelpunkt

Der 1. September wurde bereits 1989 vom ökumenischen Patriarchen Dimitrios zum Tag des Gebetes für die Schöpfung erklärt. 2015 erklärte Papst Franziskus den 1. September auch für unsere Kirche zu einem Gebetstag zur Bewahrung der Schöpfung. Männerorden-Vorsitzender Abt.em Christian Haidinger: „Ordensgemeinschaften müssen auch weiterhin umweltpolitische Verantwortung übernehmen“. Die "Schöpfungszeit" geht bis 4. Okt.

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Bereits 2015 war man gemeinsam Klimapilgern (v.l.n.r.): Der serbisch-orthodoxe Bischof Andrej Ćilerdžić, Erika Kirchweger, Vorsitzende der Katholischen Frauenbewegung (kfb), P. Franz Helm, Generalsekretar der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs, und Anja Appel, Generalsekretärin der Katholischen Frauenbewegung (kfb). (c) Ordensgemeinschaften Österreich/Ferdinand Kaineder

„Der Schöpfungstag am 1. September hat eine wichtige Signalfunktion. Er ist eine stete Erinnerung daran, dass die Ordensgemeinschaften auch weiterhin umweltpolitische Verantwortung übernehmen müssen“, zeigt sich Abt em. Christian Haidinger, Vorsitzender der Superiorenkonferenz der männlichen Orden Österreichs, überzeugt. Sein Statement: „Sich die Erde untertan zu machen, bedeutet in keinem Fall, sie auszubeuten. Schöpfung, das beinhaltet mehr als nur ‚Natur‘, das ist die bewusste Zuordnung der Welt auf Gott und die Wahrnehmung der Welt als Mitwelt. Schöpfung geht bedingungslos Hand in Hand mit unserem christlichen Glauben.

Wer von Schöpfung spricht, verpflichtet sich zu einem verantwortlichen Umgang mit der Natur, der sich nicht allein an ihrem Nutzwert orientiert darf, sondern darüber hinausgeht. Papst Franziskus verbindet in seiner Enzyklika ‚Laudato si‘ Umweltschutz untrennbar mit Armutsbekämpfung und Menschenwürde. Ein unkritischer technokratischer Fortschrittsglaube in Verbindung mit einem auf bloße Gewinnmaximierung ausgelegtes Wirtschaftssystem führt in den Abgrund. Ein ökologischer Lösungsansatz kann deshalb auch immer nur ein sozialer Ansatz sein. Papst Franziskus nennt das eine ‚Human-Ökologie‘.

Viele Klöster und Ordensgemeinschaften zeigen, wie man ressourcenschonend wirtschaften und leben kann. Der Gedanke der Schöpfungsverantwortung stand in den Klöstern immer im Mittelpunkt und ist ihnen in die DNA geschrieben. Das ist auch der Grund, warum sie über Jahrhunderte bestehen konnten.“, so Haidinger.

Ökologische Verantwortung muss schon im persönlichen Alltag beginnen – ein Auftrag, den zum Beispiel die Benediktinerabtei Michaelbeuern bereits seit 1985 konsequent umsetzt und seit mehr als drei Jahrzehnten so nachhaltig und schöpfungsbewahrend wie nur möglich wirtschaftet. Und in jüngster Zeit zeigten sich die Ordensgemeinschaften in der Initiative „Klimapilgern“ als federführend und tragen die breite Aktion "Christlich geht anders" mit, wo eine der wesentlichen Errungenschaften neben dem Sozialstaat auch "Ein gutes Leben für alle Menschen und Frieden in Gerechtigkeit" auf ökoligischer Basis nicht verspielt werden darf.

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[rsonnleitner]