Maria Habersack: #FridaysForFuture-Demos sind "Zeichen #wacher junger Geister"

Maria Habersack, Geschäftsführerin der "Vereinigung von Ordensschulen Österreich" (VOSÖ), hob hervor, dass es sich bei den am Freitag (15. März 2019) an vielen Orten stattfindenden Klimastreiks um ein privates, nicht aber um ein schulisches Engagement handle. Dennoch äußerte sie großes Verständnis dafür: Die "#FridaysForFuture"-Demos seien "Zeichen der wachen jungen Geister der Schüler", so die Pädagogin. Deshalb werde das "Engagement seitens der Ordensschulen ermöglicht".

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VOSÖ-Geschäftsführerin Maria Habersack: "Das Eintreten für das Weltklima ist verantwortungsvoll und damit grundsätzlich positiv zu sehen." (c) Magdalena Schauer

"Wir wollen junge Menschen dazu zu befähigen, künftig aktiv die Gesellschaft mitzugestalten", betonte die VOSÖ-Geschäftsführerin Maria Habersack. Nicht nur die bloße Vermitlung von Schulstoff stehe im Fokus, sondern das Kernziel laute, Bildung zu vermitteln, so die Geschäftsführerin des größten privaten Schulerhalter des Landes. In diesem Sinn sei das Eintreten für das Weltklima "verantwortungsvoll und damit grundsätzlich positiv" zu sehen. Wollten einzelne Schüler an den Klimastreiks teilnehmen, werde ihr Engagement seitens der Ordensschulen ermöglicht, "indem wir ein Ansuchen der Eltern bzw. Erziehungsberechtigten um Freistellung befürworten", erklärte Habersack die Vorgangsweise der VOSÖ-Schulen, die von rund 8.500 Schülern besucht werden. Auch die Salzburger Initiatorin der #FridaysForFuture-Bewegung besucht eine Ordensschule - und wird auf der VOSÖ-Homepage portraitiert.

Prominente Unterstützung erhalten die Schüler-Demonstration auch von der Wiener Klimaforscherin Helga Kromp-Kolb. Bei einer Veranstaltung der Theologischen Kurse Wien am Donnerstag nannte sie die Demos einen "wichtigen Schritt". Das Anliegen der Jugendlichen brauche aber mehr Unterstützung, meinte die emeritierte Professorin für Meteorologie. Die Kritik an den Demonstrationen der Jugendlichen bezeichnete Kromp-Kolb als berechtigt, "weil sie es tun müssen, weil wir es nicht geschafft haben."

Greta Thunberg: 16jährige Schülerin als Galionsfigur

Greta Thunberg, Galionsfigur der #FridaysForFuture-Protestbewegung, wurde durch ihren Auftritt beim UN-Klimagipfel in Kattowice im Dezember 2018 weltbekannt. Begonnen hatte die heute 16-Jährige mit Asperger-Syndrom ihren Einsatz im August 2018, als sie sich zu Schulbeginn mit einem Schild mit der Aufschrift "Schulstreik für das Klima" vor dem Reichstag in Stockholm setzte. Im Februar forderte sie vor dem Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss, die EU müsse den CO2-Ausstoß bis 2030 um mindestens 80 Prozent senken.

Die Organisatoren des Schülerstreiks fordern einen entschiedenen Einsatz gegen den Klimawandel. Auf ihrer Homepage fridaysforfuture.at beschreiben sich die Jugendlichen als "Schüler und Schülerinnen, Lehrlinge, Studierende und (junge) Menschen aus verschiedenen Teilen Österreichs, die nicht mehr zusehen wollen, wie ihre Zukunft verspielt wird." Gefordert werden u.a. ein entschlossenes Handeln gegen die Klimakatastrophe und eine mutige Klimapolitik in Übereinstimmung mit dem 1,5 Grad-Ziel.

Kundgebung am Heldenplatz

In Wien werden sich die Schüler am Freitag zwischen zehn und elf Uhr an fünf Punkten treffen und von dort aus sternförmig zum Heldenplatz marschieren, wo zu Mittag eine Kundgebung abgehalten werden soll. Danach werden die Demonstraten über die Ringstraße beim Bundeskanzleramt und an vier Ministerien vorbeiziehen. Größere Demonstrationen sollen tagsüber auch in Linz, Innsbruck, Klagenfurt und bei einem abendlichen Lichtermeer in der Grazer Innenstadt stattfinden. Insgesamt rechnen die jugendlichen Veranstalter des Höhepunkts der #FridaysForFuture-Bewegung am Freitag mit weltweit mehr als 1.000 Einzelinitiativen in 100 Ländern.

[rsonnleitner]