Von Angesicht zu Angesicht: Spiritualität im Klinikalltag

Die spirituelle Dimension im klinischen Alltag stand im Mittelpunkt des internationalen und multikulturellen Symposiums „Von Angesicht zu Angesicht“, das am 17. Mai 2019 im vollbesetzten Vortragssaal des Seminarzentrums am Landeskrankenhaus und Universitätsklinikum Graz stattfand. Dabei ging es besonders auch um Perspektiven und Herausforderungen von „Spiritual Care“ in Hinblick auf ihre Professionalisierung und Institutionalisierung sowie in ihrem Verhältnis zur konfessionellen Seelsorge. Mitveranstalter der Tagung war auch das KH der Elisabethinen Graz.

20190517 Symposium Graz Dr Geyer KH Elisabethinen 700

Dr. Gerald Geyer, ärztlicher Direktor des Grazer Krankenhauses der Elisabethinen Graz und des Marienkrankenhauses Vorau, bei seinem Referat über "Die verlorenen Kunst des Heilens?" Foto: Elisabethinen

In ihrem Eröffnungsreferat unterstrich die deutsche Medizinerin und Pastoraltheologin Doris Nauer die besonders auf die Personalität und die Situation der Patient/innen bezogene Fokussierung von Spiritual Care und die damit verbundene „Wiederentdeckung des ganzen Menschen“ im klinischen Alltag. Constanze Giese, Münchner Professorin für Ethik und Anthropologie in der Pflege, betonte in ihrem Statement die notwendige Zweckfreiheit von Spiritualität und Spiritual Care sowie die spirituelle Dimension scheinbar einfacher Handlungen besonders in kritischen Situationen.

Der Psychotherapeut Rainer Dirnberger sprach unter dem Leitwort „Aufgeklärte Spiritualität“ über die persönliche Suche nach Sinn und Bedeutung von Leben und Welt als Ausgangspunkt der Spiritualität in Verbindung mit dialogischen und offenen Deutungen.
Der intensive Vormittag wurde mit einem Impuls des Wiener Medizinethikers Michael Peintinger beschlossen, der für ein personorientiertes und ganzheitliches Verständnis von Patient/innen und deren Umfeld in der Medizin warb.

Nachdem die Thesen der Vorträge am Nachmittag mit den Referent/innen und dem engagierten Publikum in Kleingruppen reflektiert wurden, fand die Tagung mit einem Impulsreferat von Gerald Geyer ihren Abschluss. Der Ärztliche Direktor des Grazer Krankenhauses der Elisabethinen sprach dabei über Möglichkeiten, „Die Verlorene Kunst des Heilens?“ in Verbindung mit einer wertorientierten Führung und einer nachhaltigen Unternehmenskultur vertieft zu etablieren.

20190517 Symposium Graz Von Angesicht zu Angesicht zu Angesicht Gruppenfoto 700

Gruppenbild der ReferentInnen und ModeratorInnen der Tagung. Foto: Elisabethinen

[hwinkler]