Ringvorlesung über Missbrauch mit hochkarätigen Vortragenden

Am 7.10. startet die Vortragsreihe zum Thema "Sexueller Missbrauch von minderjährigen: Verbrechen und Verantwortung" im Hauptgebäude der Universität Wien. Durch die Reihe soll u.a. verdeutlicht werden: "Starke hierarchische Gefälle neigen dazu, sich der Kontrolle zu entziehen" und "Die Täterschaft ist überwiegend männlich", wie die Fakultät ankündigte. Wöchentlich werden Vortragende wie Mary Hallay-Witte, Christoph Kardinal Schönborn, Klaus Mertes und Ansgar Wucherpfenning sich mit unterschiedlichen Aspekten der Thematik auseinandersetzen. 

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"Die Täterschaft ist überwiegend männlich"- Hochkarätige Vortragsreihe zu sexuellem Missbrauch Minderjähriger an der Uni Wien

Die Ringvorlesung findet jeweils montags von 18:30-20:00 im Hauptgebäude der Universität Wien, Hörsaal 6, Tiefparterre statt. 

Den Anfang macht Mary Halley-Witte von der Präventionsstelle des Erzbistums Hamburg ("Schweigebruch - vom sexuellen Missbrauch zur institutionellen Prävention"; 7. Oktober), der Schweizer Pädagoge Damian Miller lenkt eine Woche später den Blick auf die durch Missbrauchsfälle bekannt gewordene deutsche Odenwaldschule. 

Schlaglichter und Höhepunkt

Ein Höhepunkt der Vorlesungsreihe ist am "dies facultatis" an der Uni Wien zu erwarten, wenn Kirchenhistoriker Hubert Wolf am 15. Oktober (Dienstag 18 Uhr statt Montag, Ort: Großer Uni-Festsaal) über das Thema "MachtMissbrauch im Männerbund. Zur Geschichte der vielleicht tiefsten Krise der katholischen Kirche" spricht. Über die "kirchliche Verantwortung" für diese Krise und bei deren Bewältigung referiert am 11. November der Wiener Erzbischof, Kardinal Schönborn, der wesentlich dazu beitrug, dass die Österreichische Bischofskonferenz Maßnahmen ergriff, die im Hinblick auf Prävention als internationales Vorzeigemodell gelten.

Jesuiten sprechen

Stark geprägt wird die Ringvorlesung durch Experten aus dem Jesuitenorden: Neben dem genannten Pater Zoller, der am 16. Dezember die Arbeit des von ihm geleiteten "Centre for Child Protection" darlegt, sprechen weitere medienbekannte Persönlichkeiten der Societas Jesu in Deutschland: Klaus Mertes (21.10.), Andreas Batlogg (25.11.) und Ansgar Wucherpfennig (2.12.), der auf die notwendige Unterscheidung zwischen Homosexualität und Pädosexualität hinweisen wird. 

Österreichische Experten

Auch heimische Fachleute kommen zu Wort: Der Frage, ob die Kirchenkrise auch in eine Gotteskrise mündet, geht der Wiener Fundamentaltheologe Wolfgang Treitler nach (18.11.), Männerforscher Erich Lehner beleuchtet "Männer als Täter?" (28.10), Religionspädagogin Andrea Lehner-Hartmann spricht (9.12.) über den Lebensbereich Schule vor dem Hintergrund, dass Bildungseinrichtungen für Jugendliche "besonders anfällig für sexuellen Missbrauch" sind. Priesterseminarregens Richard Tatzreiter erläutert mit dem Pastoraltheologen Johann Pock "Aufgaben der Priester(aus)bildung" (13.1.2020) und Martina Greiner-Lebenbauer gibt gemeinsam mit Sabine Völkl-Kernstock einen Überblick über Präventionsmaßnahmen in der Erzdiözese Wien (20.1.2020).

Den Abschluss der Ringvorlesung bildet am 27. Jänner 2020 eine Schlussdiskussion mit vier der insgesamt 15 Vortragenden. 

 Das offizielle Plakat zur Veranstaltung mit allen Namen und Daten finden Sie hier.

 

[mschauer]