Vom Loslassen und Hergeben zum Freiwerden und Heilwerden

Ab 27.2. stehen die Social Media Accounts der Ordensgemeinschaften unter dem Schwerpunkt #Fasten. Täglich um 6:30 Uhr wird die ganze Fastenzeit hindurch, auch am Wochenende, abwechselnd ein Videoimpuls aus 2 österreichischen Fastenzentren gepostet: Marienkron im Burgenland und Kloster Wernberg in Kärnten

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 Dass ich einfach frei werde von Zwängen, die ich mir selbst auferlegt habe oder von Zwängen, die mir andere wie ein Korsett übergestülpt haben. Das ist Fasten. (c) magdalena schauer

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Sr. Marcella war Mitbegründerin des Fastenangebots im Kloster Wernberg, sie beschreibt die Essenz beim #Fasten: "Fasten ist nicht Hungern, nicht ein Erleiden, nicht ein Verzichten-Müssen. Das spirituelle Fasten ist ein aktives, freiwilliges, würdevolles Neugestalten des eigenen Lebens. Das heißt natürlich nicht, dass das Fasten ein „gemütlicher Spaziergang“ ist, sondern es fordert einen existentiell heraus: Es geht um das Durchhalten, um das Dranbleiben, um das Aushalten. Es geht auch um das Loslassen, das Hergeben und das Frei-werden. Und vor allem um das Heil-Werden."


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Fasten ist kein Verzichten-müssen, es ist ein würdevolles Neugestalten des eigenen Lebens sagt Sr. Marcella Fellinger (c) magdalena schauer


Den vielen Aspekten und Fragen rund ums #Fasten widmen sich in der Impulsserie Ordensfrauen, ärztliche FastenbegleiterInnen und FastenkursteilnehmerInnen aus Wernberg und Marienkron:

  • Sr. Palotti Findenig, Hausoberin Kloster Wernberg
  • Sr. Marcella Fellinger, lange Jahre Fastenbegleiterin im Kloster Wernberg
  • Sr. Immaculata Steiner, Fastenbegleiterin in Marienkron
  • Kurärztin Dr. Ulrike Göschl in Marienkron
  • Elisabeth Wilhelm, Fastenkursteilnehmerin Kloster Wernberg

 

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Das Erstaunliche ist, dass ich mir bei jeder Fastenkur am 4. Tag denke, ich habe solche Kraft, ich könnte Bäume ausreissen und ich esse mein ganzes Leben nichts mehr", sagt Sr. Palotti Findenig aus Wernberg. (c) magdalena schauer
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Dass Fasten nicht immer ein Spaziergang ist, geben die Interviewpartnerinnen gerne und offen zu, gleichzeitig wissen sie aber um die körperlichen und vor allem psychischen Effekte, die eine Fastenzeit mit sich bringt.


Hier einige Auszüge aus den Impulsen:

  • „Es geht darum, wirklich wieder ich selbst zu werden. Das ist ein wesentlicher Grund für das Fasten und auch die Sehnsucht aller Menschen dabei, egal ob religiös oder nicht religiös. Es geht darum, wirklich aus mir selbst leben zu können, ich selbst sein zu können.“

  • „Wir können uns nur in einem Rahmen entfalten, es geht nicht ohne Rahmen. Und in der Gruppe, das weiß jeder von uns, ist glauben leichter und ist auch fasten leichter. Es tut mir gut, wenn ich merke, da sind Menschen um mich, die die selbe Idee und das selbe Ziel haben.“

  • „Du sollst dich deiner Familie nicht entziehen!“- Auch das ist ein Fasten. Dass ich mich bewusst darauf einlasse bzw. meine Zeit jemandem widme, der sie braucht und eben nicht bei mir selbst sitzen bleibe.“


Kloster Wernberg

Die Missionsschwestern vom Kostbaren Blut im Kloster Wernberg in Villach, Kärnten sind Fastenexpertinnen. Seit vielen Jahren ist das Kloster zum Fastenzentrum geworden und bietet verschiedenste Fastenangebote über das ganze Jahr an. Sr. Palotti Findenig, Hausoberin in Wernberg konkretisiert: „Am populärsten ist in der Bevölkerung die Fastenzeit vor Ostern, aber auch die Adventzeit als Vorbereitungszeit auf die Geburt Jesu ist eine Zeit, in der wir verstärkt versuchen sollten das Leibliche in den Hintergrund zu stellen und uns auf das Geistliche zu konzentrieren.“

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"In der Gruppe ist Glauben leichter und auch Fasten leichter" (c) magdalena schauer

Kloster Marienkron

Die Zisterzienserinnen in Marienkron führen ein gut besuchtes Kurzentrum, das den Darm in den Mittelpunkt gestellt hat: „Die Kraft des Baumes kommt aus seinen Wurzeln. Die Kraft der Gesundheit aus dem Darm.“ Wo Ordensfrauen vor 50 Jahren Kneipp-(Kur)Gäste begrüßten, wird das Kurhaus heute neu gedacht und mit neuem Stil und neuem Fokus modern geführt. Zum Beginn der Fastenzeit schreiben die Zisterzienserinnen: „Fasten ist die leibliche Seite des Betens. Fasten, Beten und Almosengeben gehören zusammen“

[magdalenaschauer]