Mutbotschaft: "Mut heißt Konsequenz!"

Gemeinschaft sei gefährlich geworden und das Gesetz gesund, schreibt der Vorsitzende der Österreichischen Ordenskonferenz Erzabt Dr. Korbinian Birnbacher OSB in seiner Mutbotschaft. Verlässlichkeit sei gefragt als "Mut zur Konsequenz", mahnt der Benediktiner aus der Erzabtei St. Peter in Salzburg ein.

20200130 Korbinian im IV msc 2

Erzabt Korbinian Birnbacher OSB wurde 2019 zum ersten Vorsitzenden der Österreichischen Ordenskonferenz gewählt. (c) magdalena schauer

 

Liebe Schwestern und Brüder!

            Geht es bei COVID-19 jetzt wirklich um Mut? Nein! Und schon gar nicht geht es jetzt um Unmut, Wagemut oder Übermut!

            Was wirklich das Prädikat Mut verdient, hätte man in Zeiten zeigen können, wo man noch Gestaltungsfreiraum hatte ... also vor der ganzen Krise!  Damals hätte man Mut zeigen können, hätte man wagen und umsetzen sollen. Aber jetzt?

            Jetzt geht es um etwas ganz anderes: Um Konsequenz, Verlässlichkeit, Disziplin und Stabilität!

            Hoffentlich haben wir durch diese Krise endlich erkannt, wie fragil letztlich unser derzeitiges Wirtschafts-, Werte- und Weltgefüge ist. Trotz aller Versicherungs- und Vorsorgementalität - ein Zug unserer Zeit? - gibt es viele Unwägbarkeiten in unserem Leben, die wir nicht planen können,  mit denen wir aber rechnen müssen. Wir können uns wirklich gegen alles Mögliche versichern ... aber gegen eine Pandemie wie COVID-19 können wir nichts ausrichten. Da hilft nur eins: Wir müssen alle weltweit konsequent bleiben in einem einfachen Grundsatz – der zugegeben völlig paradox ist zu unserer bisherigen Erfahrungswelt!

            Plötzlich ist Gemeinschaft gefährlich geworden und Gesetz gesund! Was meine ich damit? Jesus sagt in der Bergpredigt: Denkt nicht, ich sei gekommen, um das Gesetz und die Propheten aufzuheben! Ich bin nicht gekommen, um aufzuheben, sondern um zu erfüllen ... Bis Himmel und Erde vergehen, wird kein Jota und kein Häkchen des Gesetzes vergehen, bevor nicht alles geschehen ist. ... Wer sie aber hält und halten lehrt,  der wird groß sein im Himmelreich (vgl. Mt 5,17-19).

            Mut heißt also in diesen Tagen der Pandemie: Wir sollen nur erkennen, wie wichtig richtige Anordnungen für eine Gemeinschaft sind. Wir wissen aber auch, dass solche Gesetze und Anordnungen nur dann sinnvoll sind, wenn wir sie auch einhalten.

            Bewahren wir in diesem Sinn das rechte Augenmaß, dass wir mit unseren gesetzlichen Maßnahmen nicht übers Ziel hinausschießen und stehen wir in Gemeinschaft zusammen, auch wenn das paradoxerweise derzeit bedeutet,  Abstand zu halten. Mut heißt derzeit nichts anderes als Konsequenz! Gott gebe uns die Kraft zur Verlässlichkeit! Wir schützen damit uns und andere!

Euer

                        + Korbinian


Die Österreichische Benediktinerkongregation veröffentlicht laufend unter: http://www.benediktiner.at/ Mutbotschaften von Abt Johannes Jung vom Schottenstift, Abtpräses Johannes Perkmann vom Stift Michaelbeuern, Prior Johannes Pausch vom Gut Aich und weiteren BedendiktinerInnen.  


 

 

20200320 Sr Brigitte Thalhammer1 700  Mutbotschaft von Sr. Brigitte Thalhammer aus der Heiligen Stadt

20200319 quelle 700

Mutbotschaft von P. Gerwin Komma: Der Mensch weiß seines Daseins Mitte in Gott hinein verlagert
20200318 KArdinal Joao Braz de Aviz Foto Vaticannews Mutbotschaft von Kardinal Joao Braz de Aviz: Der Herr wird nicht zögern, zu antworten

 20200325 WEB Fastentuch Franziskanerinnen Amstetten Foto Bruckner

 Mutbotschaft von Sr. Franziska Bruckner: Freude in der Zuwendung