Sr. Maria Schlackl von SOLWODI protestiert gegen Öffnung von Bordellen

Die Salvatorianerin Sr. Maria Schlackl SDS vom Ordensfrauen-Netzwerk SOLWODI kritisiert die Öffnung von Bordellen in Zeiten von Corona scharf: „Überall wird auf Abstandhalten gesetzt, Schulen werden geschlossen und im Bordell scheint das keine Rolle zu spielen.“

20200706 Sr Maria Schlackl SOLWODI Foto SDS

Die Ordensgemeinschaft der Salvatorianerinnen hat sich mit der Caritas Socialis Schwesterngemeinschaft, der Congregatio Jesu, dem Institut der Franziskanerinnen Missionarinnen Mariens, der Kongregation der Barmherzigen Schwestern vom hl. Vinzenz von Paul in Wien-Gumpendorf und der Missionskongregation der Dienerinnen des Heiligen Geistes für das Netzwerk SOLWODI zusammengeschlossen. (c) SDS

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"Der Kunde als Freier ist oft genug Partner, Familienvater, Arbeitskollege, … und kann somit auch das Infektionsrisiko in seinem Umfeld erhöhen! Wird im Bordell getestet? Können dort Cluster nachvollzogen werden? Es wird kaum jemand Name und Adresse hinterlassen", sagt Sr. Maria Schlackl. Was als individuelle Freiheit und in Eigenverantwortung (nicht nur) von Seiten der Politik gesehen werde, sehe Sr. Maria Schlackl als äußerst besorgniserregend. „Mir fehlt jedes Verständnis für diese Maßnahme von Seiten der Politik. Ich habe dies auch mehrfach bei den Verantwortlichen deponiert. Dem Argument, dass diese nur so ihren Lebensunterhalt verdienen können, muss man entgegenhalten, dass beim Lockdown die Sexarbeiterinnen sofort von ihren Mitverdienern fallen gelassen wurden und auf Hilfe angewiesen waren. In Wien mussten für diese Frauen Lebensmittel gesammelt werden, damit sie nicht verhungern! Der eigentliche Nutzniesser einer Öffnung ist die Sexindustrie und der Kunde!“

Die Öffnung der Bordelle und Laufhäuser kurble letztendlich wieder den Menschenhandel an, bringe die Sexarbeiterinnen in eine Zwangslage, die sie dazu zwingt höhere Gesundheitsrisiken einzugehen. „Wer hier von Freiwilligkeit spricht verhält sich geradezu zynisch gegenüber den Frauen in einem System von Zwang und Ausbeutung“, so Sr. Maria Schlackl.

„Es wäre das Schlimmste, nicht nur in CORONA-Zeiten, wenn sich die Gesellschaft an die Ausbeutung von Frauen, die dazu vielfach aus anderen Ländern stammen, gewöhnt“, mahnt Sr. Maria Schlackl SDS abschließend.

SOLWODI Österreich

Gemeinsam mit fünf weiteren Frauenorden haben die Salvatorianerinnen im Jahr 2010 den Verein "Solwodi Österreich" gegründet. Ihr Einsatz gilt besonders Frauen und Migrantinnen, die Opfer von Menschenhandel, sexueller Gewalt und Ausbeutung geworden sind. Die im Verein engagierten Ordensfrauen verstehen sich als "klare stellvertretende Stimme in der Öffentlichkeit" mit dem "Mut zu prophetischem Handeln".

Informationen unter: https://www.solwodi.at/