Offene Pforten bei der Langen Nacht

Lange NachtOrdensgemeinschaften laden am 24. Mai in allen Bundesländern zum näheren Kennenlernen ein. Sie schaffen damit Freiraum für tiefe Mystik und aktuelle Debatten.

Offene Pforten, uralte Klänge, tiefe Mystik, große Lebensgeschichten und aktuelle Diskussionen: Die Ordensgemeinschaften beteiligen sich aktiv an der "Langen Nacht der Kirchen" am 24. Mai und laden in allen Bundesländern Österreichs zum näheren Kennenlernen ein. Mit Neugier können die Gemeinschaften durchaus rechnen, wie man schon daran sieht, dass Mönche und Nonnen vielerorts in der "Langen Nacht" einfach konkret erzählen, was sie bewegt und wie sie leben. Spüren lassen die Angebote zudem die enorme Vielfalt, in denen Orden heute tagtäglich wirken.

Große Themenvielfalt in Wien
 
So bietet etwa in Wien die von mehreren Orden getragene "Gesprächsinsel" auf der Freyung ihr Angebot an diesem Abend in verschiedensten Sprachen an, darunter auch die Gebärdensprache, deren Grundlagen man in einem Kurzkurs erlernen kann. Das Don Bosco Flüchtlingswerk im 23. Gemeindebezirk lädt zu einem Diskussionsabend "Flucht - was dann?" mit Caritas-Präsident Franz Küberl, während in der Altkalksburger Vereinigung am Ballhausplatz die heutigen Aufgaben und Ziele katholischer Ordens- und Privatschulen beleuchtet werden. Bereits um 15 Uhr startet das Jugendzentrum "Sale für alle" in Wien-Landstraße mit einem Kinderfest. Die "Lange Nacht" nutzen zahlreiche Orden auch, um andere an ihrem geistlichen Fundament teilhaben zu lassen. Im Heiligenkreuzerhof singen die Mönche des namensgebenden Stiftes ihre bereits weltbekannten gregorianischen Choräle, die auch in der nahen Dominikanerkirche zum Patrozinium des heiligen Dominikus ertönen. In der Jesuitenkirche geht es darum, "Gottes Spur im Alltag zu entdecken", in der Servitenkirche um das Leben der Seligen Hildegard Burjan, in St. Anna um den Oblatenorden-Gründer Pater Louis Brisson. Besucher der Schottenkirche erfahren über die Alltags-Spiritualität Benedikts.
 
Hülle und Fülle in Graz
 
Auch in allen anderen Bundesländern sind die Orden gewichtige Anbieter des "Langen Nacht"-Programms. "Orden in Graz und in der Steiermark" heißt etwa die Ausstellung, die im Grazer Elisabethinen-Kloster eröffnet wird, eine andere bei den Schulschwestern Graz-Eggenberg unter dem Motto "Bibel in Hülle & Fülle": Schülern, Lehrern und Schwestern stellen hier selbstgestaltete Bibel-Einbänden aus. Führungen durch Klöster gibt es bei den Franziskanern in Graz und Bad Gleichenberg sowie bei den Augustinern in Fürstenfeld.

Für Leib und Seele in Linz

In Linz bieten gleich 25 Klöster und Ordensgemeinschaften auf dem Domplatz einen "Markt für Leib und Seele", während bei den Jesuiten im Alten Dom Spirituals und Irische Lieder ertönen. Israelfreunde kommen im Priesterseminar auf ihre Rechnung, wenn Ritter vom Hl. Grab zu Jerusalem über die Christen im Heiligen Land berichten. Orthodoxe Ordensleute laden in die Linzer Serbisch-orthodoxe Kirche in der Posthofstraße 41 zum Kennenlernen und Austausch ein, Franziskanerpatres in die Ennser Stadtpfarrkirche. Wer gerne mit einem Lichterlabyrinth meditiert, ist im Baumgartenberger Klostergarten gut aufgehoben.
 
Geheimnisvolles in Niederösterreich
 
Niederösterreichs Stifte sind am 24. Mai stark vertreten: In Lilienfeld gibt es ein Kirchenkonzert mit nächtlicher Stiftsführung, auch in Ardagger eine Führung mit "Musikgenuss in der Krypta". Ein Abend zu Alltagsheiligen der Moderne steht im Seitenstettener BildungsZentrum St. Benedikt auf dem Programm, in Herzogenburg das Jugendgebet "mit brennendem Herzen" sowie die Vorführung von Schätzen aus dem Bibliotheksbestand. Im burgenländischen Frauenkirchen verrät der 3. Orden des heiligen Franziskus in der Basilika "Geheimnisse der Sakristei".

Tiefenblicke in Tirol
 
An einem ungewöhnlichen Ort in Tirol - in den Emporen des Presbyteriums der Stiftskirche Wilten - finden "Lange Nacht"-Besucher unter den Kaspar Waldmanns Fresken eine Ikonenausstellung. Sakrale Kunst gibt es auch in der offenen Kunstkammer der Servitenkirche zu bestaunen. Zur Andacht, Messe und Kirchenführung laden die Innsbrucker Redemptoristen, während die Barmherzigen Schwestern in Zams von Frauengestalten der Bibel erzählen und "Tiefenblicke" in das Thema Berufung werfen. Weiter westlich in Vorarlberg gibt es in der Altenstadter Pfarrkirche eine Filmpräsentation zum "Leben im Kloster" über die Dominikanerinnen in Altenstadt.

Film-Antworten in Salzburg
 
Als Kulturstadt zeigt sich einmal mehr Salzburg, wo sich am Nonnberg die Gelegenheit zum Besuch des ältesten durchgehend geführten Frauenklosters im deutschen Sprachraum bietet. Lieder und Kantaten des 17. und 18. Jahrhunderts aus dem Klosterarchiv werden hier dargeboten, in der Franziskanerkirche hingegen ein "Herren- und Marienlob" vergessener franziskanischer Komponisten des 19. und 20. Jahrhunderts. In St. Peter gibt es die Installation "Film der Antworten", während in St. Michael am Residenzplatz Mitglieder des Malteserordens und Hospitaldienstes persönliche Zeugnisse geben.

www.langenachtderkirchen.at

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