Ordensfrau aus dem Kongo erhält UNHCR-Flüchtlingspreis

2013 09 17 unhcr 523706b26 b sokol TEASERSr. Angelique Namaika hilft Frauen und Mädchen, die im Kongo von Rebellengruppen gefangen waren, als Kindersoldatinnen eingesetzt wurden oder ihre Familie gewaltsam verloren haben.

Die kongolesische Ordensfrau Angelique Namaika erhält 2013 den Nansen-Flüchtlingspreis des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR). Das teilte die Organisation heute, am 17. September 2013, in Genf mit. Die 46-jährige Augustinerin wird für ihren Einsatz für Frauen und Mädchen geehrt, die vor Rebellen der Lord's Resistance Army (LRA) im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo fliehen mussten oder von ihnen entführt wurden. Der Preis ist benannt nach dem ersten Flüchtlingskommissar des Völkerbundes und norwegischen Polarforscher Fridtjof Nansen (1861-1930). Er ist mit 100.000 Dollar (75.000 Euro) dotiert.

Neustart für Frauen in Extremsituationen

UN-Flüchtlingshochkommissar Antonio Guterres erklärte, Namaika arbeite "unermüdlich, um Frauen und Mädchen zu helfen, die durch ihre Traumata, ihre Armut und ihre Vertreibung extrem verwundbar sind". Die Ordensfrau war 2009 selbst durch Kämpfe vertrieben worden. 2012 gründete sie im Bistum Dungu ein "Zentrum für Reintegration und Entwicklung", um Frauen eine Berufsausbildung zu ermöglichen.

Wer fliehen kann, flieht

Sr. Namaika unterstützt seit Jahren in der Stadt Dungu im Nordosten von Kongo-Kinshasa Frauen und Mädchen, die von bewaffneten Gruppen vertrieben wurden. Zwei Drittel der 350.000 Vertriebenen in der Region waren vor der LRA geflohen, die für ihr brutales Vorgehen bekannt ist. Trotz der Präsenz von UNO-Friedenssoldaten verschleppt die LRA weiterhin in einigen Regionen Menschen.

Die Preisverleihung findet am 30. September 2013 in Genf statt. Am 2. Oktober reist Namaika in den Vatikan, wo sie mit Papst Franziskus zusammentreffen will.

Weitere Informationen und Videoclip über das Engagement von Sr. Angelique: http://www.unhcr.org/52370df29.html

Quelle Text: kathpress, UNHCR
Quelle Bild: UNHCR/B. Sokol

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