Der Seismograph in der Gesellschaft

2013 11 26 Haidinger JR8A3243 TEASERAbt Christian Haidinger hat sich in seiner Antrittspressekonferenz heute als neuer Vorsitzender der Superiorenkonferenz vorgestellt. Er wurde gestern, am 25. November 2013, gewählt. An seiner Seite die amtierende Präsidentin der Frauenorden, Sr. Beatrix Mayrhofer. Sie bezeichnete die Ordensgemeinschaften, insbesondere die Frauenorden, als Seismograph in der Gesellschaft.

„Ich bin ein Kind des II. Vatikanischen Konzils“, sagt der neue Vorsitzende der Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs in seiner Antrittspressekonferenz. Abt Christian Haidinger von Stift Altenburg, davor Benediktinermönch und Religionslehrer in Kremsmünster, möchte in seiner neuen Aufgabe ganz besonders die Zeichen der Zeit erkennen und seine Stimme im Sinne der Ordensgemeinschaften erheben. „Ich möchte offen sein für das, was die Menschen von uns erwarten.“ Die Kirche sieht er, wie das Zweite Vaticanum, als pilgerndes Gottesvolk.

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Frauenorden und Männerorden werden die Kooperation weiter verstärken

Sr. Beatrix Mayrhofer, seit bald einem Jahr die Stimme der Ordensfrauen in Österreich, freut sich, dass beim Pressegespräch und an den drei Ordenstagen im Wiener Kardinal König-Haus ein Bild sichtbar wird, das „in der Kirche nicht so häufig zu sehen ist. Dass Männer und Frauen auf Augenhöhe miteinander kommunizieren.“ In der Kunst, auf Nöte der Gesellschaft zu hören und darauf zu reagieren, bezeichnet sie insbesondere die Frauenorden als Seismograph. Frauenorden und Männerorden werden auch in den kommenden Jahren ihre Zusammenarbeit verstärken, darin sind sich Mayrhofer und Haidinger einig. Es gibt Unterschiede in den Tätigkeitsfeldern und teilweise sehr verschiedene Themen, die Männer- und Frauenorden bewegen. Aber es gibt ein breites Feld an gemeinsamen Themen, die man in der Gesellschaft aufgreifen und umsetzen möchte.

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Mit der Bildungsdebatte in Österreich geht es mir schlecht

Zur Bildungsdebatte in Österreich sagte Sr. Beatrix Mayrhofer, selbst ehemalige Schuldirektorin, auf Journalisten-Nachfrage, dass es ihr schlecht geht damit. „Wir sollten in Österreich Zeit, Mut und Kompetenzen aufbringen, uns zusammensetzen und schauen: Was braucht das Land? Welche Bildung wollen wir für junge Leute? Wir brauchen eine große Vision. DANN können wir uns hinsetzen und schauen, welche Schulen wir dafür brauchen und welche Lehrkräfte.“ Sie kritisiert, dass Schulpolitik lediglich als parteipolitische Kompromissfindung missverstanden wird. Gute Bildung sei nicht daran ablesbar, wer im nächsten PISA-Test gewinnt. Gute Bildung ist mehr. Darüber fordert Sr. Beatrix Mayrhofer eine ausführliche gesellschaftliche Diskussion.

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Presseberichte vom Pressegespräch am 26. November 2013 in kathpress, APA, ORF ö1, religion.orf.at, ORF NÖ, Radio Stephansdom, DIE FURCHE, DIE PRESSE, OÖN u.a.

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Fotos: Katrin Bruder

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