Durchs Labyrinth seinen Weg finden

Zum Anlass des Weltgebetstages für geistliche Berufungen am Sonntag, den 25. April, lädt in der darauffolgenden Woche das Quo vadis? zu einem begehbaren Labyrinth im Zwettlerhof ein. Beim Weg in die Mitte lässt es sich innehalten, entschleunigen und der Frage nachgehen: "Wohin gehe ich?"

 Eine entscheidende Frage zum Finden der eigenen Berufung: Wohin gehst du? (c) Quo vadis?

Eine entscheidende Frage zum Finden der eigenen Berufung: Wohin gehst du? (c) Quo vadis?

Das Quo vadis? ist das Zentrum der österreichischen Ordensgemeinschaften für Begegnung und Berufung. Es stellt Interessierten, manchmal explizit, meist implizit, diese Frage: „Wohin gehst du?“ Lisa Huber, die Leiterin, lädt zum Nachdenken ein: „Das Labyrinth führt uns zur Mitte und wieder fort. Es regt die Frage nach dem Sinn an. Wir stellen fest, dass es in dieser außergewöhnlichen Zeit Zeiten braucht, um über Deutung und Sinn gemeinsam nachzudenken.“ Das Labyrinth wird mit Straßenkreiden aufgemalt sein und kann begangen werden.

Das Labyrinth - ein Symbol für das Leben

Sr. Christa Huber CJ setzt sich schon lange mit Labyrinthen auseinander. Sie deutet es als ermutigendes Symbol für unseren Lebensweg: Das Gehen im Labyrinth schenkt Zeit – Zeit im eigenen Leben zu lesen. In den Labyrinthpfaden kann ich meine eigenen Lebenswege wieder entdecken. Ich spüre etwas von der Weisheit, die tief in diesem Symbol verborgen liegt, ich erfahre Zuversicht für meinen Weg.

Im Labyrinth den eigenen Lebensspuren folgen: Sr. Christa Huber gibt wertvolle Tipps, um seinen Weg zu finden. (c) Congregatio Jesu

Im Labyrinth den eigenen Lebensspuren folgen: Sr. Christa Huber gibt wertvolle Tipps, um seinen Weg zu finden. (c) Congregatio Jesu

Im alltäglichen Sprachgebrauch werden die Worte Labyrinth und Irrgarten häufig synonym gebraucht. Das Labyrinth im ursprünglichen Sinn kennt aber nur einen Weg - und der führt mich sicher in die Mitte, wenn auch mit vielen Windungen. So kommt beim näheren Hinsehen oder beim ersten Begehen irgendwann die große Überraschung, dass es gar keine Sackgassen und Irrwege gibt, mit denen wir vielleicht gerechnet haben! Das Erstaunliche des Labyrinths liegt gerade darin, dass es eben kein Irrgarten ist!

Dass der Weg einmal zügig auf die Mitte zugeht, dann wieder ganz am Rande verläuft und uns scheinbar zurückwirft - dieses Erleben von Nähe und Entfernung zur Mitte – erinnert uns an die ganze Spannbreite des Lebens, an die verschiedenen Erfahrungen von Gelingen und Missglücken. Oder auch an die Erfahrung, noch nicht sehen zu können, wie ein Weg weitergehen wird.

Wir begehen Wegetappen, auf denen wir uns wie zurückgeworfen empfinden, nicht vorwärts kommend – und werden überrascht von Wendungen, die uns auf einmal dem Ziel ganz nahe bringen, wie von selbst.

Im Gehen vom Leben erfahren

In diesem Gehen erfahren wir unser ganzes Leben und sind eingeladen, alle Wegstücke im Zusammenhang mit der Mitte zu sehen, mit der sie verbunden sind. Auch wenn es im aktuellen Gehen so aussieht, als hätten wir unsere Spur verloren, so fallen wir doch nie heraus. Immer ist der Zusammenhang des ganzen Weges und die Verbundenheit mit der innersten Mitte gegeben.

Damit wird das Labyrinth zu einer Ermutigung und Einladung, die verschiedenen Wegstücke unseres Lebens zu integrieren, sie in Gottes Barmherzigkeit aufgehoben zu wissen und uns versöhnen zu lassen. Aus dem Labyrinth spricht die tiefe Zuversicht, dass wir auf unserm Lebensweg nicht verloren gehen können. Das Entscheidende ist, dass wir auf dem Weg bleiben, immer weiter gehen und nicht stehen bleiben.