Organisation - Männerorden

Geschichte der Superiorenkonferenz

1. Kämmererkonferenz (1918–1932)

Den Anlass zu einer gemeinsamen Konferenz der Männerorden Österreichs gaben die wirtschaftlichen Verhältnisse nach dem Zusammenbruch der Monarchie 1918. Initiatoren waren die Stiftskämmerer (Stiftsökonome). Es war ein aus der wirtschaftlichen Not geborener Zusammenschluss. Bald fanden sich zu diesen Konferenzen auch die Äbte ein.

2. Äbtekonferenz (1932–1945)

Die erste offizielle Äbtekonferenz fand 1932 statt. Themen waren u. a. die katastrophale Wirtschaftslage der Abteien. Propst Alipius Linda vom Stift Klosterneuburg übernahm den Vorsitz. 1938 wurde Österreich von den Nationalsozialisten besetzt. Die Orden gerieten erneut unter Druck. 26 große Stifte und Klöster wurden beschlagnahmt, ebenso 188 weitere Männer- und Frauenklöster mit einer großen Anzahl von Niederlassungen, um von den noch schmerzhafteren personellen Verlusten ganz zu schweigen.

3. Gründung der Superiorenkonferenz 1959

Das Jahr 1945 brachte die Befreiung von der nationalsozialistischen Zwangsherrschaft: Enteignungen, Plünderungen, Zerstörungen der Klöster und die Vertreibung der Ordensleute fanden ein Ende. Unter dem Vorsitz des Propstes von Klosterneuburg trafen sich die Äbte Niederösterreichs wieder regelmäßig zum Informationsaustausch. 1949 wandten sich mehrere Provinzobere an die Äbtekonferenz und regten einen Zusammenschluss aller höherer Ordensoberen an. Dabei bewegte sie vor allem die brennende Frage nach der Gestaltung des Ordenslebens in der Welt von heute. Es fanden mehrere Zusammenkünfte statt, selbst Statuten hatte man bereits entworfen. Nach Abschluss des Staatsvertrages 1955 trat die Frage der Entschädigung für die im NS-Regime erlittenen Vermögensverluste in den Vordergrund. Auf Initiative der Äbtekonferenz wurde 1955/56 die „Aktiengesellschaft zur Förderung von wirtschaftlichen Unternehmungen und von Bauvorhaben“ gegründet. Sie zeichnete kirchliche Aufbauanleihen und ermöglichte vergünstigte Kredite für Ordensgemeinschaften. Mit dem Entschluss, die Superiorenkonferenz formell zu errichten und um kirchenrechtliche Anerkennung anzusuchen, gewann das junge Unternehmen Stabilität. So wurde mit Dekret der vatikanischen Ordenskongregation die Superiorenkonferenz am 12. November 1959 offiziell errichtet. Erster Vorsitzender wurde der Propst des Stiftes Klosterneuburg, Generalabt Gebhard F. Koberger (1909–1997), erster Generalsekretär der emeritierte Abt des Stiftes Geras, Isfried Franz (1905–1979). Seitdem nimmt die Österreichische Superiorenkonferenz immer mehr Aufgaben wahr, was die Zusammenarbeit der Orden und ihre Vertretung gegenüber der Bischofskonferenz, der Nuntiatur und den staatlichen Stellen angeht.

Die ersten Vorsitzenden der Superiorenkonferenz

Generalabt F. Koberger CanReg: 1959 bis 1974 Abt Bonifaz Sellinger OSB: 1974 bis 1988 Provinzial P. Dr. Josef Czerwinski SJ: 1988 bis 1989 Propst Rupert Kroisleitner CanReg: 1989 Abt Dr. Heinrich Ferenzy OSB: 1989 bis 1998 Propst Maximilian Fürnsinn CanReg: 1998 bis 2013, Abtpräses Mag. Christian Haidinger OSB: seit 25. November 2013

Die Generalsekretäre der Superiorenkonferenz

Abt Isfried Franz OPraem: 1962 bis 1979

P. Leonhard Gregotsch MI: 1979 bis 2002

P. Erhard Rauch SDS: seit 2002 bis 2015

P. Franz Helm SVD: seit 1. Jänner 2016

 

ErfahrungBildet 180 180

wels180

pkerfahrungbildet180

helferinnen180