Ordensnachrichten 2008/2 - Zum Geleit

Ordensnachrichten 2008/2

 

Geleitwort von Sr. Dr. Kunigunde Fürst
Präsidentin der Vereinigung der Frauenorden Österreichs

„Zukunft aus der Kraft der Hoffnung gestalten.“

Diesen Leitsatz der Jahrestagung der Vereinigung der Frauenorden Österreichs in Vöcklabruck vom 22. bis 26. Feber 2008 will ich an den Beginn dieser Ordensnachrichten stellen.

„Zukunft aus der Kraft der Hoffnung gestalten“ war uns beiden, Sr. Patricia Erber von den Salvatorianerinnen und mir, der Impulsgeber, als wir die Wahl zur Vorsitzenden (Präsidentin) der VFÖ und Stellvertreterin angenommen haben.  An dieser Stelle möchte ich zuerst den Vorgängerinnen in dieser Aufgabe – Hofrätin Sr. Dr. Elisabeth Göttlicher und Sr. Michaela Pfeiffer-Vogl –, aber auch der Generalsekretärin Sr. Theresia Sessing einen herzlichen Dank aussprechen. Die VFÖ hatte durch sie eine gute Präsenz in der kirchlichen und gesellschaftlichen Öffentlichkeit in den verschiedenen Tätigkeitsfeldern der Frauenorden, in den Bereichen Spiritualität, Bildung, Gesundheit, Soziales, Mission und Pastoral.

Es ist Frühling in der uns umgebenden Natur. Langsam schälen sich die Blätter aus den schützenden Hüllen. Frisches Grün umgibt uns – eine Farbe, die zum Hoffnungssymbol geworden ist. Ein Grün in den verschiedensten Nuancen der Farbgebung. Die Kraft, die dieses Werden antreibt, setzt mich immer wieder in Erstaunen: Hoffnung, die sich erfüllt! Die Kraft der Hoffnung, dieses „kleine Mädchen“, wie Charles Péguy sagte, sie ist uns gegeben aus unserer Berufung, aus unserer Bindung an Gott, der ein Gott der Hoffnung, des Lebens und der Freude ist. Das ist mehr als eine optimistische Haltung und nicht weniger als gelebtes Vertrauen in den Weg Gottes mit uns und allen Menschen. Als Ordensfrauen stehen wir an den verschiedensten Stellen in Kirche und Gesellschaft, immer mit dem Auftrag – und er ist uns bei aller Unterschiedlichkeit der Charismen eigen –, der Welt ein Zeichen der Hoffnung zu sein. Für unsere zukünftigen Aufgaben haben wir uns einige Schwerpunkte gesetzt:

Die Zusammenführung der beiden Vertretungen „Vereinigung der Frauenorden Österreichs“ und „Superiorenkonferenz der männlichen Ordensgemeinschaften Österreichs“ mit einem gemeinsamen Sekretariat in die Wege leiten. Aus der Erfahrung anderer Länder können wir lernen, dass die Orden so zu einer größeren Breitenwirkung kommen können.
Die bestehende Zusammenarbeit auf vielen Feldern des Apostolates wie Kindergarten, Hort, Internat, Schule, Krankenhaus, Altenheim, Pastoral, missionarischer Einsatz etc. vertiefen und erweitern. Es hat sich gezeigt, dass durch Kooperationen Synergien gehoben werden können.
Das Bild der Ordensfrau in der Öffentlichkeit so darstellen, dass dies ein Gewinn für die Kirche ist, als deren Herzstück wir uns selbstbewusst bezeichnen möchten. Damit ist auch das veränderte Frauenbild in der Gesellschaft angesprochen.
Allen „mit uns Gehenden“ Vertrauen entgegenbringen und Verantwortung über- und abgeben. Es gibt viele Frauen und Männer, die gerne bereit sind, die Anliegen der Orden mitzutragen, ihre Kompetenzen zu stärken, ihre spirituelle Kraftquelle zu nutzen und zugleich mitzuwirken an ihrer Erhaltung.

„Zukunft aus der Kraft der Hoffnung gestalten“, diese Vision kann schon etwas bewirken! Sie fordert Veränderungsbereitschaft auf allen Linien. Sie fordert auch den bewussten Blick auf und das Handeln aus dem Charisma. Es ist spürbar, dass auf die geistlichen Gemeinschaften neue Anforderungen zu- kommen. Und diese werden anderer Art sein als bisher! Dies schmälert keineswegs das in der Zeit und als Antwort auf ihre Nöte Gewordene. Was geworden ist, ist großartig. Wie Frauen- und Männerorden in die Kirche und Gesellschaft Österreichs hineingewirkt haben und es noch tun, ist nicht zu unterschätzen. Gäbe es sie nicht mehr – vieles würde fehlen! Wir wären wohl um einige Hoffnungspunkte ärmer! Die Zeichen der Zeit zu sehen und diesen Zeichen eine entsprechende Antwort zu geben, war und ist die Herausforderung jeder geistlichen Gemeinschaft. Mit Franz von Assisi möchte ich als Franziskanerin sagen: „Tut das Eure, ich habe meines getan!“  In der Kraft der Hoffnung, die im Glauben an Jesus Christus ihren Wurzelgrund hat, wollen Sr. Patricia und ich das Unsere tun. So rechnen wir auch mit Ihrer Mitarbeit, Ihrer Gebetsbegleitung und Ihren Leben gebenden Impulsen.